Wachsender Druck bei Spielhallenbetreibern

Illegales Glücksspiel

Anbieter von Glücksspielen haben es in jüngster Zeit nicht leicht. Die Neuregelungen des Glücksspielstaatsvertrages, deren Umsetzung 2017 geplant ist, veranlassen auch bei legalen Glücksspielanbietern große Existenzängste. Die Betreiber befürchten, dass es im nächsten Jahr einen radikalen Rückgang von Spielhallen geben wird, da die neuen Vorschriften unter anderem viel weniger Lizenzen zulassen und einen Mindestabstand von 350 Metern zwischen Spielhallen fordern. Pro Standort wird ab kommendem Jahr nur noch eine Lizenz vergeben. Schätzungen zufolge bedeutet dies, dass es einen Spielhallenabbau von rund 80 Prozent geben wird. Einhergehend mit dem Abbau der Spielhallen werden auch bisherige Steuereinnahmen drastisch zurückgehen.

Illegale Angebote aus dem Internet

Neben dieser rückläufigen Entwicklung zieht es vor allem junge Spieler zu Angeboten aus dem Internet. Staatliche Glücksspielanbieter kritisieren diesen Trend stark, denn der Onlinemarkt ist nur schwer regulierbar und die Angebote zumeist illegal. Oftmals ist den Spielern nicht bewusst, dass sie Angebote von illegalen Anbietern nutzen. Viele Anbieter aus dem Internet besitzen keine gültige Lizenz und machen sich strafbar. Dieses Problem betrifft neben dem Glücksspiel vor allem Sportwetten. Laut aktuellen Zahlen fallen 96 Prozent in den unkontrollierbaren Bereich.

Neue Konzepte geplant

Anlässlich dazu und im Hinblick auf eine Überarbeitung des Glücksspielstaatsvertrages im Jahr 2021 hat sich der sogenannte „Düsseldorfer Kreis“, bestehend aus namhaften Glücksspielanbietern wie Westlotto und Westspiel, Löwen Entertainment, Löwenplay und der Coesfelder Schmidt-Gruppe, gebildet. Die Glücksspielvertreter arbeiten nun an neuen Vorgaben zum Verbraucherschutz, zur Suchtprävention und wollen generell die Regulierung des Glücksspielmarktes überarbeiten. Denn auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sieht dringenden Handlungsbedarf. Der Trend geht eindeutig weg von legalen Glücksspielen hin zu illegalen Angeboten aus dem Internet, deren Suchtpotenzial nochmals höher liegt. Vor allem junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren sind davon betroffen.

Quelle: wn.de