Versteigerung der Andy Warhol Gemälde aus der Spielbank Aachen wird stark kritisiert

Die Spielbank Aachen hatte in den 1970er Jahren zwei Bilder von Andy Warhol („Triple Elvis” und „Four Marlons”) für 200.000 DM gekauft. Die Bilder lagerten dann für mehrere Jahre im Depot der Spielbank. Am 12. November sollen sie in New York bei dem berühmten Auktionshaus Christies versteigert werden. Der Betreiber der Aachener Spielbank, das Unternehmen Westspiel, erhofft sich einen Erlös von etwa 100 Millionen Euro. Nun wird der Verkauf der Bilder heftig kritisiert.

Kulturstaatsministerin warnt vor dem Verkauf

Monika Grütters (CDU), die Kulturstaatsministerin, sagte aus, dass die Versteigerung dieser beiden Bilder ein “Tabubruch mit fatalen Folgen” sei, da diese Kunstwerke im öffentlichem Besitz und deutsches Kulturgut seien. Sie sagte zudem auch, dass es noch nie vorher vorgekommen ist, dass eine Landesregierung nationales Kulturgut verkauft, um Löcher im Haushalt zu füllen.

Der Betreiber Westspiel ist ein staatliches Unternehmen. Daher sind diese Gemälde angeblich auch Eigentum des Staates. Nach Angaben des Betreibers wurden die Bilder aber von dem Betreiber auf deren eigenes Risiko und Motivation gekauft und sind daher Eigentum der Spielbank. Diese befindet sich schon seit 2009 in einer kritischen finanziellen Situation. Mit dem Verkauf der Gemälde soll dieser Situation entgegengewirkt werden. Zusätzlich fließt auch der Großteil der Erlöse der Versteigerung in die Landeskasse. Die Versteigerung der beiden Kunstwerke kann nun nicht länger aufgehalten werden.

Die Spielbank Aachen hat eine interessante Geschichte und bietet in dem aufwändigen Prunkbau eine der modernsten Spielbanken Deutschlands. Zusätzlich zu architektonischen Meisterwerken in weißem Marmor, gibt es auch aufwändige Licht- und Spiegeleffekte und eine Kunstsammlung von etwa 100 originalen Kunstwerken von Dali bis Warhol.

Quelle: www.aachener-zeitung.de