Martingale Roulette-Wettsystem

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Das Martingale-Wettsystem ist eines der ältesten der Glücksspielbranche. Es wurde ursprünglich für das extrem beliebte Münzwurf-Spiel entwickelt, bei dem Spieler versuchen zu erraten, ob nach dem Münzwurf Kopf oder Zahl nach oben zeigen wird. Falls der Spieler recht hat, setzt er auch in der nächsten Runde denselben Betrag. Falls er verliert, verdoppelt er seine Wette, um den ursprünglichen Einsatz + Gewinn zu erhalten, sobald er richtig tippt.

Auf den ersten Blick scheint dies ein solides System bzw. eine solide Strategie zu sein. Ein ausführlicher Einblick offenbart allerdings, dass der Spieler sehr, sehr oft hintereinander verlieren kann und dass das Risiko eines Ruins daher zu hoch ist, was bedeutet, dass diese Strategie nicht funktioniert. Der Hauptgrund für das Scheitern der Strategie ist die Annahme des unbegrenzten Reichtums – falls jeder Mensch unbegrenzte Geldmittel zur Verfügung hätte, würde die Martingale-Strategie funktionieren. Das ist allerdings nicht der Fall. Außerdem setzen alle Casinos Limits fest, zum Beispiel den Maximalbetrag, den der Spieler bei einem bestimmten Spiel oder für eine bestimmte Wettart einsetzen kann.

Martingale wurde von Spielern, die das System anwandten, stets als solide Strategie angepriesen. Beim Münzwurf besteht eine Chance von 50%, dass entweder Kopf oder Zahl erscheinen. Martingale wurde daher auch für viele andere einfache Chancen angewandt. Nach dem Aufkommen von Roulette wurde Martingale weithin empfohlen, wobei teilweise behauptet wurde, dass zwischen €100 und mehreren tausend Euro pro Tag gewonnen werden können. Martingale wurde als „die Rot oder Schwarz Strategie“ bezeichnet, da Wetten auf die Farbe bei den Anwendern dieser Strategie sehr beliebt waren.

Was die Mathematik betrifft, ist es klar, dass die Anwendung von Martingale einen negativen Erwartungswert zur Folge hat. Das gilt übrigens für alle Wetten, die auf einem Casinotisch platziert werden, sofern nicht auf irgendeine Art betrogen wird. Um dieses Konzept zu vereinfachen, sehen wir uns noch einmal unser Münzwurf-Beispiel an. Ein Spieler hat eine Chance von 50%, dass entweder Kopf oder Zahl erscheint. Eine Wette auf Rot oder Schwarz weist allerdings eine geringere Gewinnwahrscheinlichkeit als 50% auf, da es beim Roulette entweder eine Null oder eine zusätzliche Doppelnull gibt. Daher weist die Wette einen negativen Erwartungswert auf.

Ein negativer Erwartungswert bedeutet, dass ein Spieler, der ein bestimmtes Spiel spielt, langfristig einen bestimmten Geldbetrag verlieren wird. Es ist dabei egal, ob der Spieler 5-mal hintereinander gewinnt, da sich die Erwartung ausgleichen wird, sofern das Spiel über einen längeren Zeitraum gespielt wird.

Außerdem spielt auch der Effekt der Varianz eine Rolle. Das Resultat einer einzelnen Wette oder sogar einer einzelnen Spielsitzung kann in jede Richtung zeigen – der Spieler kann viel Geld gewinnen oder viel Geld verlieren. Das geschieht aufgrund der ähnlich großen Wahrscheinlichkeit jedes Resultat. Zum Beispiel besteht eine Chance von 49.9X%, dass beim Roulette entweder Rot oder Schwarz erscheint, was bedeutet, dass die Varianz eines einzelnes Drehs oder einer kurzen Abfolge von Drehs SEHR hoch sein wird.

Sehen wir uns ein Beispiel für die Anwendung des Martingale-Wettsystems an:

Der Spieler wettet €10 und verliert.

Der Spieler verdoppelt seinen Einsatz und wettet somit €20 – er verliert wieder.

Der Spieler verdoppelt seinen Einsatz und wettet €40 – er gewinnt, wodurch sein Nettogewinn €40-€30=€10 beträgt. In der nächsten Runde setzt der Spieler wieder seinen Anfangseinsatz.

Obwohl das sehr logisch und einfach erscheint, kann es leicht passieren, dass der Spieler schnell große Geldsummen „schuldet“ und sogar 13 Drehs nacheinander verliert! Sind 13 verlorene Drehs nacheinander viel Geld? Nun, das bedeutet, dass der Spieler mehr als €40.000 gesetzt hat, falls er mit einem Einsatz von 10€ begann…