Spielhallenstopp und Internetboom

Spielautomaten

Die Zahl der Spielhallen soll eingedämmt werden. Unterdessen boomen Internetcasinos und illegale Glücksspielangebote. Spielhallenbetreiber haben es in der letzten Zeit nicht gerade leicht. Denn neben der Konkurrenz illegaler Glücksspielangebote und Internetangeboten wurden im vergangenen Jahr verschärfte Gesetze verabschiedet, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Demnach soll sich die Anzahl der legal betriebenen Spielhallen drastisch reduzieren, während es nach wie vor keine eindeutige Gesetzeslage für Wettbüros und Onlinecasinos gibt.

Keine Regulierung mehr möglich

Mit der Schließung der Spielhallen ab Juli dieses Jahres wird erwartet, dass viele Spieler auf alternative Glücksspielangebote ausweichen und dadurch illegales Glücksspiel mehr gefördert wird. Durch die fehlende Gesetzesgrundlage für Sportwetten und Onlinecasinos verzichtet der Staat einerseits auf Einnahmen in Millionenhöhe und kann den Glücksspielmarkt andererseits wenig regulieren. Legale Spielhallenbetreiber bangen derweil um Ihre Existenzen. Hintergrund dieser neuen Gesetzeslage sollten Prävention und Suchtbekämpfung sein. Doch mit der Verlagerung des Marktes in illegale Bereiche wurde dieses Ziel weitestgehend verfehlt und die Grundlage zur Regulierung des Marktes genommen.

Einbußen für den Staat

Experten zufolge weist die Gesetzeslage zur Regulierung des Glücksspielmarktes nach wie vor noch große Mängel im Verbraucher -, Jugend – und Datenschutz auf. Das neue Spielhallengesetz hat daran nichts verändert und die Schließung der Spielhallen wird das Problem nur weiter verstärken. Nach Angaben des ifo-Instituts wird sich die Diskrepanz in diesem Jahr ganz deutlich zeigen. Noch im Jahr 2014 erwirtschaftete der legale Glücksspielmarkt 13,8 Milliarden Euro und machte damit in etwa fünf Prozent der Wirtschaftsleistung aus während der Onlineglücksspielmarkt 1,71 Milliarden einbrachte. Die Einnahmen des Schwarzmarktes werden auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt. Durch die neuen Regulierungen der Glücksspielbranche werden sich die Einnahmen zu Ungunsten des Staates drastisch verändern.

Quelle: welt.de