Manipulation im Glücksspiel – Betrug in neun Bundesländern

Spielhalle

Letzte Woche wurde eine Verbrecherbande aus Schleswig-Holstein gefasst. Mehrere Männer sollen laut Angaben der Polizei Spielautomaten manipuliert und Beihilfe zum Steuerbetrug begangen haben. Am vergangenen Donnerstag wurden anlässlich zu diesen Vorwürfen und mithilfe von 650 Polizeibeamten Razzien in neun Bundesländern durchgeführt. Insgesamt wurden bei der Kontrollaktion 114 Spielcasinos, Wohn – und Geschäftsräume gründlich durchsucht. Am Ende des Tages wurde ein Hauptverdächtiger aus Schleswig-Holstein verhaftet. Bei ihm wurden unter anderem zwei Schusswaffen sichergestellt.

Manipulation und Steuerbetrug stehen im Vordergrund

Die Täter sollen durch die Manipulation von Software höhere Gewinne an Glücksspielgeräten ergaunert haben und so große Gewinnsummen erwirtschaftet haben. Weiterhin sollen die Bandenmitglieder illegale Geschäfte mit Automatenaufstellern gemacht haben und diese so beim Steuerbetrug unterstützt haben. Die manipulierten Geräte wurden mithilfe der schädlichen Software zugunsten der Automatenaufsteller verändert und schütteten dadurch unterdurchschnittlich niedrige Geldsummen aus. Die Spieler machten dadurch weniger hohe Gewinne, während die Automatenaufsteller sich durch Steuerbetrug strafbar machten. Bei der Razzia am Donnerstag versuchte man sowohl die Nutzer als auch die Vertreiber der illegalen Software zu entlarven.

Großer Automatenhersteller betroffen

Die schädliche Automatensoftware ist größtenteils aus Russland nach Deutschland gekommen. In einigen Bereichen der Ermittlungen hält sich die Staatsanwaltschaft nach wie vor bedeckt. Unklar ist beispielsweise, wie die Täter die Software auf die Geräte spielen konnten und welche Spielautomaten manipuliert worden sind. Unter anderem soll der Hersteller Löwen Entertainment, eine Tochtergesellschaft von Novomatic, betroffen sein. Weitere Angaben dazu sind allerdings bisher nicht bekannt. Der betroffene Hersteller ließ allerdings verkünden, dass Geräte mit der derzeit aktuellen Software nicht von den Ereignissen betroffen sind.

Quelle: wiwo.de