Extrem viele Klagen gegen Sportwetten-Lizenzen erwartet

In Deutschland hat der Staat momentan das Monopol für Sportwetten – rechtlich zumindest. In der Realität tippen viele aber bei privaten Anbietern. Dadurch entgeht dem Staat natürlich auch eine menge Geld. Dieses Jahr sollen 20 Lizenzen für Sportwetten-Anbieter ausgestellt werden. Das Innenministerium bereitet sich jetzt auf eine Prozessflut vor, denn es kann natürlich nicht jeder Anbieter eine Lizenz erhalten. Es wird damit gerechnet, dass es mindestens 80 Prozesse geben wird. Nun wird im Zuge dessen auch nach einer Anwaltskanzlei gesucht, die dann das Ministerium in den Verfahren vertritt und berät.

150 Bewerber für 20 Lizenzen

Die rund 150 Bewerber sollen in einem ausführlichen Verfahren geprüft werden. Dabei kann dann nicht jeder eine Lizenz erhalten und diejenigen die keine bekommen werden sich natürlich benachteiligt fühlen. Im April hat sich der Betreiber der Marke Betvictor, die Victor Chandler Ltd., das Recht erstritten schon von dem Glücksspielkollegium angehört zu werden bevor das Bewerbungsverfahren überhaupt begann. Das basierte auf der Grundlage, dass sie das gleiche Recht haben wollten wie der staatliche Anbieter ODS, der auch schon früher angehört wurde.

Ein weiteres Problem an der Sache ist auch, dass je länger sich das Bewerbungsverfahren hinzieht, umso mehr Geld der Staat verliert. Das Monopol besteht nur auf dem Papier und es wurde errechnet, dass der staatliche Anbieter Oddset nur noch einen Marktanteil von weniger als 5% hat. Die meisten Spieler tippen also bei anderen Anbietern. Das ist auch nachvollziehbar, denn bei anderen Anbietern gibt es oft Sonderaktionen, Bonusangebote und spezielle Wetten, die von Oddset nicht angeboten werden.

Quelle: www.faz.net