Die Wettindustrie finanziert die Fußball Bundesliga in Deutschland

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Ganze vier Vereine haben sich aktuell für die kommende Saison und darüber hinaus die finanzielle Unterstützung aus der Lotterie- und Glücksspiel-Branche sichern können.
Einen Teil der satten Einnahmen dieser Branche gehen an den Staat, ein Teil geht nun auch in den Sport. Im Gegenzug gibt es eine ordentliche Imageverbesserung.

Beim VFB Stuttgart hat sich die staatliche Lotto-Toto Gesellschaft Baden-Württemberg eingekauft. Es handelt sich hierbei um ein Zwei-Jahres-Premium-Sponsoringpaket.
Für den Verein ist die Partnerschaft mit einem Glückspielpartner allerdings nicht neu. Der Vertrag ersetzt die bisherige Zusammenarbeit mit Interwetten. Nach Informationen von Sponsors.de beläuft sich der finanzielle Zuschuss auf 250-300.000 Euro jährlich.

Der 1 FC Köln hat nach harten Verhandlungen und dem Aufstieg in die erste Bundesliga die Premiumpartnerschaft mit Betsafe.com verlängern können. Die Nutzung des Trainingslagers in Kitzbühel und die Teilnahme am Betsafe-Cup inklusive.
Die Stadienpräsenz und die Aktivitäten in den sozialen Medien haben in Köln zu einem wahren RUN auf Onlinewetten geführt.

Bei TipWin und Hannover 96 setzt man auf Erlebnisse in starker Verknüpfung mit den regionalen Wettvermittlungsshops des Filialisten. Die Strippen dieses Deals hat der Werbevermarkter Sportfive gezogen.

Tipbet Sportwetten hat sich für die Premium Partnerschaft bei Fortuna Düsseldorf entschieden. Der Drei-Jahresvertrag sichert dem Zweitligisten sensationelle 1 Mio Euro.

Des Deutschen Lieblingssport No1, der Fußball, steckt seit je her in einer Finanzierungskrise. Profifußball kostet Geld. Eigentlich konnte nur der FC Bayern München eine Kriegskasse aufbauen. Andere Vereine, allen voran Borussia Dortmund, haben versucht, ihre Fans am Erfolg und Misserfolg z.B. in Form einer Aktiengesellschaft zu beteiligen. Das Geld muss fließen, egal woher. Auch Patriarchenmodelle sind etabliert, wie beim TSG Hoffenheim, der von Dietmar Hopp finanziert wird.

Dabei müsste der Rubel in Deutschland nur so rollen, wenngleich die Eintrittspreise im europäischen Vergleich moderat sind. In unserem Land gibt es mit Abstand die reisefreudigsten Fans. Die Atmosphäre, wie man sie in Dortmund, auf Schalke oder beim St. Pauli erlebt, ist unvergleichlich. Der Fußball-Tourismus ist typisch deutsch. In Spanien beispielsweise fährt man nicht ins „feindliche“ Stadion, sondern maximal ins nächste Café. Das führt allerdings auch dazu, dass die Fernsehrechte im Ausland im Vergleich zu Deutschland ein Vielfaches zur Finanzierung der Clubs beitragen.

2016 gibt es für die Fernsehrechte an der Premier League circa 9,5 Milliarden Euro für drei Jahre. In die Deutsche Bundesliga fließen in 2016/17 gerade einmal 835 Millionen Euro. Kein Wunder, dass durch Ausweitung der Spieltage, z.B. der ersten Bundesliga auf den Montagabend, versucht wird, diesen Finanztopf größer zu bekommen.

Quelle: www.sponsors.de